How learning French changed my life

Some confidence boost in French

You never know which conversations are going to change your life. Some time ago, I had one of those life-changing conversations. I was participating in a French class. My level of French was good enough to say what needed to be said but not a single additional word. By chance, I was the only student in that French class. So, the French teacher and I used that time to have a freer conversation about languages, teaching, and learning. Everything happened in French, I was there to get better at French conversation after all! The French teacher told me about how he got that freelance teaching job and how it was working out for him. We were talking about an amazing company which was the working place of my dreams for years. I was fascinated by that story. Before, I had been afraid to apply for positions like that, but he explained it to me in a way that made me more confident. He encouraged me to try it out myself. After all, I already was a language teacher. I just needed that push, a bit of information about how things were working, and that my skills were enough. Do you know that cliché about the German obsession with certificates? Yeah, I convinced myself before that I wouldn’t have enough certificates to apply for that gig. 

Without my interest in participating in that French class, I wouldn’t have met that amazing teacher. I wouldn’t have that encouraging conversation with him about that job. And stuff like that keeps happening to me. 

Learning business French, why not?

A few years before that conversation, I participated in a business French class. You know, that kind of class that all English learners see promoted everywhere for English. This one was for French, however. I was an undergraduate student in a Portuguese/Spanish program and felt like I had some extra energy to participate in a business French class. The class itself was amazing. We talked about business vocabulary like the important words for paperwork, expressions for meetings, how to write a CV, and lots of other stuff. If you asked me at the time why I was participating in that class, I would have responded “Who knows, maybe I’ll do an internship in France next year”. I did not. But I also didn’t have to do that to make the class worth my while. That business French teacher showed us what was important for language learning in a work and business setting. The teacher made us think about invoices, shipping, meeting minutes, and all those things I wouldn’t have thought about as an undergraduate student working on mastering several languages on an advanced level. I’ve never participated in a business English, business Spanish, or business Portuguese class but thanks to that French class, I know what to look for and what’s important to learn on my own. I’ve never needed to write a motivation letter or a CV for a job in French but better believe me if I say that training sessions for CV writing like in that French class helped me when I had to write my CV in English or Portuguese (or German, for that matter). 

Stories want to be told …

I was revisiting my e-mail inbox and reading old newsletters. There was one newsletter from last year that was talking about “accidental contacts” in a business context. “Accidental contacts” in the sense of contacts that were helpful for the business but not exactly planned like that. The newsletter came from Joana Galvão, the Founder of The Ambitious Creatives. Joana offers amazing content for creative businesspeople to get better at what they are doing. The newsletter content reminded me of the story of the French teacher who gave me the confidence to apply for that language teacher job. Joana’s newsletter always sounds very inviting for replies, so I took a leap of faith and replied, or how I would say it in a more German way: I jumped over my own shadow (“ich bin über meinen Schatten gesprungen”). I told the story about the French lesson that gave me confidence to apply for a job position.  Now, that French lesson gave me some content to talk about, to reply to Joana’s newsletter with a story, and to re-tell the story to you, too. 

… and lives want to be changed.

I am not saying that you need to take French classes to get a job as a language teacher, to be able to write CVs or meeting minutes, or to reply to a newsletter with a story. That would be missing the point. What I am trying to communicate is the following: You never know which conversations will change your life. And in case you are wondering, I got the teaching job that I applied for.

Fachsprache lernen: Schachbegriffe mit der kleinen Schachschule

Angenommen ihr möchtet deutsche Fachsprache rund um das Thema Schach lernen. Wie könntet ihr dies angehen? In diesem Artikel möchte ich über Einführungsbücher als Ressource sprechen. Für diesen Artikel nehme ich das Buch „Die kleine Schachschule“ von Jonathan Carlstedt zur Hand.

„Die kleine Schachschule“

Zuerst zu dem Buch. „Die kleine Schachschule“ wird auf dem Cover für „Perfekt für Anfänger!“ beworben. Das Buch geht grundlegende Schachregeln und erste wichtige Aspekte des Schachspiels in Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel durch. Zusätzlich gibt es ein paar Übungen und Lösungen im Buch. Nun stellen wir uns vor, ihr sprecht Dari oder Ukrainisch und habt die Schachbegriffe bisher vor allem in diesen Sprachen verwendet. Nun könnt ihr in dem Buch, in dem zu vielen beschriebenen Stellungen auch Grafiken zu sehen sind, die Phänomene, die ihr bereits kennt, raussuchen und dort nachsehen, wie dieses Phänomen auf Deutsch genannt wird. 

Einführung

Lasst uns einmal etwas tiefer in den Aufbau des Buches gehen. Es beginnt mit den Grundlagen: Das Schachbrett und die Figuren. Die Figurennamen werden für die meisten Schachspieler*innen, die die Figurennamen in einer weiteren Sprache lernen wollen, die ersten Wörter zu lernen sein. Um Schachnotationen in einer anderen Sprache zu verstehen, empfiehlt es sich auch, die Abkürzungen der Figuren zu lernen. Generell handelt es sich bei den Abkürzungen um den Anfangsbuchstaben des Namens der Figur. Aber Achtung, dies ist nicht immer der Fall. Lasst uns einmal die Figurennamen und deren Abkürzungen auf Deutsch und Englisch ansehen:

Figurennamen auf EnglischFigurennamen auf Deutsch
King – KKönig – K
Queen – QDame – D
Rook – RTurm – T
Bishop – BLäufer – L
Knight – NSpringer – S
Pawn Bauer
Figurennamen auf Englisch und Deutsch

Seht ihr die englischsprachige Abkürzung für Springer? Das Wort „knight“ wird mit einem geschriebenen „k“ begonnen, aber gesprochen beginnt das Wort mit einem „n“. Der Vorteil bei dem „N“ als Abkürzung ist, ist, dass K bereits für den König („king“) verwendet wird. 

Nun, eine kleine Liste mit den Figurennamen lässt sich einfach recherchieren. Der Vorteil bei einem Einführungsbuch wie der kleinen Schachschule ist, dass auch noch das Drumherum zu den Figuren beschrieben ist. D.h., wenn ihr soweit seid, dass ihr die Figurennamen sicher beherrscht, könnt ihr tiefer eintauchen und auch die Begriffe lernen, die verwendet werden, um über die Figuren und wie sie gezogen werden können, verwendet werden. Damit so ein Buch hilfreich für verschiedene Sprachniveaus ist, ist eine grundlegende Aufteilung der Inhalte wichtig. In der kleinen Schachschule werden beispielsweise die grundlegenden Begriffe als Überschriften verwendet. Die komplizierteren Begriffe, die für weitere Beschreibungen benötigt werden, finden sich im Fließtext an. Seht ihr, wie grundlegende Prinzipien guten Schreibens hier verwendet werden? Es werden einfache wichtige Begriffe für Überschriften genutzt. So kann man sich am Inhaltsverzeichnis orientieren und es ist einfach zu checken, wo man zu welchem Konzept detaillierteres Wissen im Buch findet. 

Nach dem Kapitel zu den Figuren und dem Schachbrett folgt ein Kapitel mit dem Titel „Wie Schach funktioniert“. Die Unterkapitel tragen die Titel „Das Zugrecht“, „Schach-Matt“, „Patt“, Die Wertigkeit der Figuren“. Hier werden nun weitere Schachregeln und wichtige Begriffe besprochen. 

Unterschiede in Ressourcen

Begriffe wie die Namen der Schachfiguren oder auch die Begriffe rund ums Schachsetzen und Schachmatt und Patt, lassen sich auch über Texte wie die Fide-Regeln und deren deutsche Übersetzung lernen. Für eine Übersicht der Schach-Notation in mehreren Sprachen hatte ich beispielsweise einmal die verschiedenen Übersetzungen der Fide-Regeln miteinander verglichen und die Begriffe in eine Tabelle geschrieben. Da die Fide eine weltweite Schachvereinigung ist und die Regeln in etlichen Regionen verstanden werden müssen, werden die Fide-Regeln, die auf englisch veröffentlicht werden, auch in viele andere Sprachen übersetzt. Da es sich bei den Fide-Regeln aber um ein Regelwerk handelt, für die präzise Sprache und weniger Verständlichkeit im Fokus steht, kann es vorkommen, dass Einführungsbücher, die extra für Beginner geschrieben werden, einfacher zu verstehen sind als die Fide-Regeln, die etliche Eventualitäten im Schachspiel mit inbegriffen haben müssen. Eine andere Ressource zum Lernen von Schachbegriffen sind auch Regelwerke, die bei Hobby-Schachbrettern in Spielesammlungen o.ä. mitgeliefert werden. Dort kann das Problem bestehen, dass die Regeln etwas zu einfach gehalten werden. Dies ist okay für einen Anfang, wenn ihr aber auf Vereinsniveau spielt, interessiert ihr euch aber vielleicht für mehr Begriffe. Zwei Sonderfälle, die von den allgemeinen möglichen Zügen etwas abweichen, sind beispielsweise en passent schlagen und die kleine und die große Rochade. Auch solche Phänomene sind in der kleinen Schachschule beschrieben. Ihr seht, das Durcharbeiten der wichtigen Begriffe in diesem Buch (als Beispiel) sorgt dafür, dass ihr das wichtige Vokabular rund ums Schachspiel findet. 

Ein großer Teil der kleinen Schachschule kümmert sich um Eröffnungen, das Mittelspiel und das Endspiel. In diesem Buch geht der Autor einige Eröffnungen durch, so dass sich die Eröffnungsnamen lernen lassen. Die goldenen Regeln des Schachspiels sind dabei sowie einige Diagramme. Die übliche Schachnotation wird neben den Diagrammen für die Eröffnungen verwendet, was bedeutet, dass man sich an die deutsche Notation gewöhnen kann. 

Stellen wir uns einmal vor, wir sitzen in einer Trainingssession. Wir sehen uns zusammen eine Partie an und analysieren, was gut gelaufen ist und was nicht. Die Trainerin fragt nach der Bewertung für die aktuelle Stellung. Taktische und strategische Konzepte haben im Schach eigene Namen. Dieses Vokabular ist wichtig, um über diese Konzepte sprechen zu können. Neben Büchern lässt sich natürlich auch mit Videos oder in Live-Trainingssessions lernen. 

Fide-Regeln und Wikipedia als Ressourcen

Vielleicht bist du selbst auch Trainer*in und du kennst alle Konzepte, aber dir fehlt noch etwas das deutsche Vokabular, um Training auf Deutsch zu geben? Eine Sache ist es, die Konzepte zu kennen, eine andere Sache ist es, die Konzepte in der Zielsprache erklären zu können. Wenn Deutsch die Zielsprache ist, haben wir das Glück, dass es eine große Sammlung an Schachbüchern gibt, durch die die Fachbegriffe gelernt werden können. Zusätzlich gibt es deutsche Übersetzungen der Fide-Regeln und etliche Möglichkeiten weiteres Material zum Thema Schach auf Deutsch zu finden. Dies ist für andere Sprachen etwas anders. Eine aus meiner Sicht weiterhin großartige Ressource, um Fachbegriffe zum Thema Schach zu finden, ist Wikipedia. Wenn ihr auf einem Wikipedia-Artikel zu einer Sache in einer Sprache seid, könnt ihr am Rand die Sprache anklicken und eine neue auswählen. Um dies zu testen könnt ihr gerne mal auf die Wikipedia-Seite „Schach“ in der deutschen Wikipedia gehen. Am Rand könnt ihr andere Sprachen anklicken, so zum Beispiel „Plattdüütsch“, um dann auf die niederdeutsche Wikipedia-Seite mit dem Titel „Schachspeel“ zu kommen. Natürlich gibt es auch auf Wikipedia mehr Artikel in einer Sprache als in vielen anderen. Da Schach aber ein weit verbreitetes Spiel ist, lässt sich hier für viele Sprachen bereits einiges an Fachbegriffen auffinden. Bitte ignoriert jedoch nicht, was für eine Art von Ressource Wikipedia ist. Dies sollte nicht die einzige Quelle für einen wissenschaftlichen Aufsatz sein, aber wenn ihr Fachbegriffe sonst nirgendwo findet, könnt ihr a) bei Wikipedia die Quellen durchsehen und dort nachsehen, ob die Quellen hilfreich für euch sind und b) die Begriffe erstmal aufnehmen und dann mit vertrauenswürdigeren Quellen gegenchecken. Je nachdem wofür ihr die Fachsprache benötigt, sollte der Punkt „mit vertrauenswürdigeren Quellen gegenchecken“ mehr oder weniger Relevanz für euch bekommen. Wenn es euch darum geht, Youtube-Videos besser zu verstehen, braucht ihr eure Begriffe vielleicht weniger verifizieren als, wenn es darum geht, Schach-Sprachkursmaterial zu konzipieren und zu unterrichten.

Wenn ihr mit Wikipedia arbeitet, könnt ihr auch Erfolg mit der Arbeit mit Kategorien haben. Als Beispiel habe ich einmal die Kategorie „Schach“ auf der niederdeutschen Wikipedia genommen. Niederdeutsch ist eine Regionalsprache, die in Norddeutschland gesprochen wird. Die Fide-Regeln gibt es nicht auf Niederdeutsch übersetzt. Nun gibt es aber Wikipedia-Artikel auf Niederdeutsch. Durch die Kategorienfunktion von Wikipedia lässt sich nun herausfinden, welche Artikel auf der niederdeutschen Wikipedia mit Schach getaggt wurden. Zu dem Zeitpunkt, als dieser Artikel geschrieben wird, gibt es drei Unterkategorien, „Schachanspeel“, „Schachkomponist“ und „Schachspeler“. Unter „Schachanspeel“ lässt sich eine Liste von Schacheröffnungen finden, die auf eigenen Wikipedia-Seiten auf Niederdeutsch erklärt werden. 19 weitere niederdeutsche Artikel sind unter „Schach“ getaggt. 

Was macht „Die kleine Schachschule“ von Jonathan Carlstedt in diesem Kontext so besonders? Da das Buch Anfänger*innen adressiert, sind die Grundlagen des Schachspiels das Thema des Buches. So lässt sich auch das Vokabular für diesen Kontext darin wunderbar finden. Durch die organisierte Aufteilung des Buches und der Nutzung von Konzepttiteln als Überschriften, lässt sich dieses Buch gut zum Lernen nutzen. Prinzipiell lassen sich natürlich auch andere Schachbücher verwenden. Praktisch an diesem speziellen Buch ist auch, dass es klein und handlich ist. Es hat knapp über 200 Seiten, ist aber kaum länger als so manches Smartphone. Es passt also gut in eine Tasche für unterwegs.

Einführungsbücher als Material zum Lernen von Fachsprache in eurer Zielsprache!

Solltet ihr eigentlich kein Interesse an Schach haben, aber am Lernen von Fachvokabular, denn könnt ihr aus diesem Artikel vielleicht dies mitnehmen: Guckt euch Einführungsbücher zu eurem Thema an, denn dort werden die Grundlagen für Einsteiger*innen beschrieben. In diesem Kontext werden in der Regel die wichtigsten Begriffe erklärt. Auf diesem Weg solltet ihr einen guten Einstieg in das Fachvokabular in eurer Zielsprache bekommen. 

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Sollte euch dieser Artikel gefallen, teilt ihn gerne mit euren Freund*innen! Die Angaben zu dem erwähnten Material folgen nun:

Material:

Carlstedt, Jonathan (2023): „Die kleine Schachschule: Regeln, Strategien und Spielzüge verständlich erklärt“, 3. Auflage, humboldt: Hannover.

Deutscher Schachbund (2023): Die Fide-Regeln: Deutsche Übersetzung & Authentic Versionhttps://www.schachbund.de/srk-news/neue-fide-regeln-ab-01-01-2023.html.

International Chess Federation (2023): „Fide laws of chess“ in: Fide Handbookhttps://handbook.fide.com/chapter/E012023.

Wikipedia (2023): „Schach“, in: Wikipedia: die freie Enzyklopädie, deutsche Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Schach.

Wikipedia (2023): „Schachspeel“, in: Wikipedia – Dat fre’e Nakieksel, niederdeutsche Wikipedia,  https://nds.wikipedia.org/wiki/Schachspeel.

Wikipedia (2013): „Kategorie: Schach“, in: Wikipedia – Dat fre’e Nakieksel, niederdeutsche Wikipedia, https://nds.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Schach.

Wikipedia (2013): „Kategorie: Schachanspeel“, in: Wikipedia – Dat fre’e Nakieksel, niederdeutsche Wikipedia, https://nds.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Schachanspeel.

Alle Links wurden zuletzt am 23.11.23 abgerufen.

Auswendiglernen mithilfe eines Gedächtnispalasts

In der BBC TV-Serie „Sherlock“ [2010-2017] begibt sich eine der Hauptfiguren, Sherlock Holmes, mehrfach in seinen Gedächtnispalast, um Informationen abzurufen, die er dort zuvor gespeichert hatte. In der Fiktion lassen sich Grenzen des Möglichen kreativ ausweiten, dies ändert aber nichts daran, dass der Gedächtnispalast auch beim Auswendiglernen großer Mengen von Informationen eine Hilfe sein kann. 

Basis: Eselsbrücken

Fangen wir klein an. In der Schule werden beim Thema Auswendiglernen gerne Eselsbrücken vorgestellt und verwendet. Gucken wir uns ein Beispiel an, was ich in meinem Spanischkurs gerne gebe. Beim Lernen der Zahlen von 0 bis 10 haben einige Leute Probleme damit, sich die Reihenfolge von seis und siete zu merken. D.h. sie verwechseln immer wieder welches der beiden Worte die Übersetzung von sechs und welches die Übersetzung von sieben ist. Etwas Ähnliches passiert in meinen Portugiesischkursen mit den Worten seis und sete. Hier kommt nun die Eselsbrücke, die vielleicht mit diesem Problem helfen kann: 

Das Wort seis beinhaltet ein extra -s-, während siete (Spanisch) bzw. sete (Portugiesisch), ein -t- beinhaltet. Im Alphabet kommt -s- vor -t-, genauso wie bei den Zahlen 6 vor 7 kommt > seis ist das Wort für 6 und siete(Spanisch) bzw. sete (Portugiesisch) ist das Wort für 7. 

Nun muss man sich noch merken, dass diese Eselsbrücke über das Alphabet dabei unterstützen soll, sich die Reihenfolge von seis und siete/sete richtig zu merken. Ob eine Eselsbrücke funktioniert, hängt auch damit zusammen, ob die Brücke für einen persönlich einprägend genug ist. Mir selbst wurden etliche Eselsbrücken genannt, die ich mir noch schlechter merken konnte als die Information, die ich mir damit hätte merken sollen. Erinnert ihr euch an den Spruch „Nicht ohne Seife waschen“? Dieser Merkspruch soll eine Eselsbrücke dafür sein, sich die Reihenfolge der Himmelsrichtungen (Norden, Osten, Süden, Westen) zu merken. Über Jahre habe ich mir zuerst die Himmelsrichtungen ins Gedächtnis gerufen, um darauf basierend den Merkspruch zusammenbauen zu können, damit ich diesen dann aufsagen konnte. 

Einzelne Eselsbrücken funktionieren besonders gut, um sich kleinere Mengen an Informationen zu merken. Nun gibt es aber auch den Fall, dass man sich mehr merken muss. Gehen wir nun zu Gedächtniswegen. 

Gedächtniswege: Aneinanderreihen von Informationen und Eselsbrücken

In einem Kurs zur portugiesischen Literaturwissenschaft bekam ich die ehrenvolle Aufgabe, mir die portugiesischen Fachbegriffe für mehrsilbige Verse zu merken, sowas wie „dreisilbiger Vers“, „viersilbiger Vers“, etc. Hier ist beispielhaft eine Liste, wie dies aussehen kann (vgl. Zepp 2014):

Anzahl gezählter SilbenPortugiesischer Begriff / Versart
1Verso monossílabo
2Verso dissílabo
3Verso trissílabo
4Verso tetrassílabo
5Verso pentassílabo / Redondilha menor
6Verso hexassílabo
7Verso heptassílabo / Redondilha maior 
8Verso octossílabo
9Verso eneassílabo
10Verso decassílabo
11Verso hendecassílabo
12Verso dodecassílabo / verso alexandrino
13Verso alexandrino de 13 sílabas
14Verso bieptassílabo

Die Präfixe (mono-, di-, tri-, etc.) stammen jeweils aus dem Altgriechischen. Nun war also die Aufgabe, vierzehn verschiedene Begriffe in einer bestimmten Reihenfolge abzuspeichern. Die richtige Reihenfolge würde dabei helfen, die Wörter später mit den richtigen Zahlen zu verbinden. Um mir diese Informationen merken zu können, habe ich mir für jedes Wort eine Merkhilfe überlegt, die mich an das Wort, was ich mir merken wollte, erinnerte und dieses mit dem verbunden hat, mit dem ich das Wort in Verbindung brauchte. Bei dem Wort hexassílabo könnte man sich zum Beispiel eine Hexe vorstellen, die mit Martín Demichelis, einem argentinischen Fußballspieler, der die Rückennummer 6 getragen hat, spricht. So könnte die Merkhilfe dabei helfen, hex(a)- mit der Zahl 6 zu verbinden. So kann man sich für jede der Informationen, die man sich merken möchte, eine Merkhilfe überlegen. Wichtig ist hier, sich Merkhilfen zu überlegen, die gut im Gedächtnis bleiben. Häufig hilft es, Aktionen und Personen/Figuren miteinander zu verbinden. 

Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Informationen aneinander zu reihen. Dies ist für verschiedene Kontexte sinnvoll. Gucken wir uns einmal den Fall an, dass die Reihenfolge der Informationen wichtig ist. Um nun weiterzumachen, überlegt man sich, wie viele Informationen in der Reihenfolge gespeichert werden sollen und überlegt sich einen Weg, den man sich gut vorstellen kann, der so viele Stationen hat, wie Informationen gespeichert werden sollen. Als ich die Fachbegriffe für die mehrsilbigen Verse für meinen Unikurs lernen sollte, habe ich mir hierfür beispielsweise meinen Weg von meiner Wohnung zur Uni vorgestellt und mir zwölf Stationen überlegt. Die erste Station war an meiner Haustür. Die zweite Station an der Kreuzung, wo ich abbiegen muss, die nächste Station war am Bahnhof, wo ich in die Bahn einsteigen muss, usw. An diesen Stationen habe ich nun meine Merkhilfen abgestellt. An der sechsten Station standen nun also beispielsweise eine Hexe und Martín Demichelis und diskutierten. Nun ist es wichtig, den Weg im Gedanken abzulaufen und sich bei jeder Station die Merkhilfe ins Gedächtnis zu rufen. Der Weg, den man hierfür abläuft, kann ein Weg sein, den es in der Realität wirklich gibt, es kann aber auch ein Weg sein, den man sich ausgedacht hat. Wichtig ist hier nur, dass man sich den Weg gut vorstellen kann und die Stationen markant genug sind, dass sie voneinander unterscheidbar sind. 

Es gibt auch Fälle, in denen die Reihenfolge der Informationen irrelevant ist. Hier ist vielleicht nur relevant, dass alle Informationen vorhanden sind und diese als Themenbereich zusammenbleiben. So kann es sinnvoll sein, einen Gedächtnisweg auch dann zu verwenden, wenn es darum geht, die verschiedenen Merkhilfen beisammenzuhalten. Gucken wir uns dafür einmal die Begriffe für verschiedene Nebensätze an: 

  • oraciones sustantivas (Substantivsätze),
  • oraciones de relativos (Relativsätze),
  • oraciones causales (Kausalsätze),
  • oraciones consecutivas (Konsekutivsätze),
  • oraciones finales (Finalsätze),
  • oraciones modales (Modalsätze),
  • oraciones temporales (Temporalsätze),
  • oraciones consecutivas (Konsekutivsätze),
  • oraciones condicionales (Konditionalsätze)

(vgl. Millares & Centellas 2011, Gómez Torrego 2011).

Diese Einteilungen von Nebensätzen kann dabei helfen, Satzkonnektoren – also Verbindungswörter oder -ausdrücke, die Haupt- mit Nebensätzen miteinander verbinden – auswendig zu lernen. Einerseits lässt sich mit der Gruppierung dieser Konnektoren die Funktion dieser einfacher lernen, andererseits lässt sich damit auch einfacher merken, mit welchen Konnektoren und Funktionen dieser der Subjuntivo verwendet wird. Der Subjuntivo ist eine Art spanischer Konjunktiv. Dieser wird in anderen Kontexten verwendet als der deutsche Konjunktiv, weshalb es für Sprecher*innen des Deutschen kompliziert sein kann, den Subjuntivo an den richtigen Stellen einzusetzen. Auf einem Gedächtnisweg kann man so eine Nebensatzart mit dessen Funktion und den dazugehörigen Konnektoren verbinden. Gleichzeitig können Beispielsätze dazu gespeichert werden, aus denen erkennbar ist, ob der Subjuntivo verwendet wird. Um die Konnektoren oder Beispielsätze verschiedener Satzarten nicht miteinander zu vertauschen, kann man beispielsweise für jede Satzart einen eigenen Gedächtnisweg anlegen.

Viele Gedächtniswege führen zum Gedächtnispalast

Das vorherige Beispiel mit den Nebensätzen zeigt, dass es Fälle gibt, wo mehrere Gedächtniswege notwendig werden. Wenn dies der Fall ist, kann es sinnvoll sein, diese Wege strukturierter anzugehen. Hierfür kann man sich beispielsweise ein Gebäude oder einen Park, eine Stadt oder ein Stadion vorstellen. Es geht darum, dass der Ort genügend Platz für die Anzahl an Gedächtniswegen hat, die man benötigt. Beim Auswendiglernen der Nebensatzarten und der spanischen Konnektoren habe ich mir als Gedächtnisweg pro Nebensatzart beispielsweise einen Seminarraum in meinem Unigebäude in zwei Stockwerken, in denen ich Spanischkurse hatte, vorgestellt. In dem Seminarraum habe ich mir dann wieder jeweils einen Weg mit mehreren Stationen vorgestellt, z.B. die Tür, die Tafel, das Fenster. Hier habe ich darauf geachtet, mir Räume vorzustellen, die unterschiedlich genug sind, dass ich die Inhalte der Räume nicht miteinander vertauschen konnte. Je nachdem, wie viele Informationen organisiert werden sollen, braucht man also mehr oder weniger Räume/Gänge/Stockwerke. 

Ein anderes Stockwerk desselben Gebäudes habe ich damals beispielsweise dafür verwendet, verschiedene Epochen der portugiesischen Literatur und die dazugehörigen Jahreszahlen auswendig zu lernen. Um die Inhalte verschiedener Themen voneinander zu trennen, kann es helfen, Figuren bzw. Personen, die man mit dem Thema verbindet, in den Weg einzubauen. So könnte beispielsweise die Spanischlehrerin oder eine Freundin aus dem Spanischkurs an der Tür zu dem Stockwerk warten, in dem Inhalte zur spanischen Grammatik gespeichert sind.

Praktische Tipps zur Instandhaltung des Palasts

Nun haben wir uns angesehen, wie man sich seinen eigenen Gedächtnispalast aufbauen kann. Nun geht es darum, diesen langfristig nutzbar zu machen. Hierfür ist Wiederholung wichtig, d.h. die verschiedenen Wege in der Vorstellung abzugehen und die Informationen abzurufen. Wenn es einem schwierig fällt, Informationen abzurufen, ist dies ein Zeichen, den Weg öfter zu üben. Vielleicht muss man auch erst mit einem kleineren Abschnitt des Weges anfangen. Beim Erstellen der Eselsbrücken und der Gedächtniswege kann es sinnvoll sein, diese wie eine kleine Geschichte aufzuschreiben. Man könnte sich die Wege, die man abläuft, auch aufmalen, wenn man möchte. So kann man sich die Eselsbrücken und die Gedächtniswege auch zurück in die Erinnerung rufen, wenn man diese zwischenzeitlich doch mal vergessen hat. Wenn ihr euch einen Weg überlegt habt, den ihr in der Realität tatsächlich ablaufen könnt, ohne in Probleme zu kommen, könntet ihr dies tun und euch an der jeweiligen Station eure Eselsbrücke vor Augen führen. Ihr könnt euch aber auch an einen ruhigen Ort setzen und euch den Weg vorstellen und in eurer Vorstellung ablaufen. Mir persönlich hat es dabei geholfen, wie bei Meditation an einem ruhigen Ort zu sein, die Augen zu schließen und mir vorzustellen, an dem Ort zu sein, wo der Gedächtnisweg, den ich ablaufen wollte, losging. 

Detailarbeit und Reparaturmaßnahmen im Gedächtnispalast

Beim Ablaufen der Wege kann es passieren, dass ihr merkt, dass bestimmte Merkhilfen nicht funktionieren. Vielleicht könnt ihr euch einzelne Informationen einfach nicht merken. Hier kann es sinnvoll sein, die Merkhilfe auszuwechseln. Vielleicht gibt es eine andere Eselsbrücke, die euch besser unterstützt. Es kann auch sein, dass ihr Informationen in kleinere Stücke aufteilen müsst. Vielleicht braucht ihr dafür auch mehr Stationen auf einem Gedächtnisweg. 

Auswahl von Lernmethoden

Für welche Informationen, die ihr auswendig lernen wollt, ihr euch den Aufwand macht, dafür Platz in eurem Gedächtnispalast zu verwenden, müsst ihr selbst entscheiden. Lernen von Alltagsvokabeln im Spanischen und Portugiesischen (z.B. zum Schulalltag und Familienleben) hat für mich beispielsweise dadurch funktioniert, neben Sprachkursen Serien und Filme zu sehen, in denen die Wörter, die ich lernen wollte, regelmäßig vorkamen. Begriffe für bestimmte Tierarten im Englischen und Portugiesischen habe ich dadurch geübt, dass ich mit Freund*innen ständig über diese Tiere gesprochen habe. Ich sag es mal so: Es gab viele Gespräche über Möwen und Tauben. Den Gedächtnispalast habe ich denn für die Themenblöcke verwendet, deren Informationen ich schlecht über andere Wege üben konnte. An dieser Stelle könnt ihr abwägen, wie effektiv und aufwendig eine Lernmethode ist und welche zu der Art und Masse an Informationen, die ihr lernen wollt, passt.  

Weitere Informationen finden

Für den Fall, dass du nun Interesse an diesen Lernmethoden gefunden hast, möchte ich dir noch ein paar Schlüsselwörter mitgeben. Die Methoden der Eselsbrücke und des Gedächtniswegs lassen sich unter den Begriffen Loci-Methode und Routenmethode recherchieren. Hierbei geht es im Prinzip darum, Informationen an einem Ort bzw. auf einer Route abzulegen. Diese Methoden, inklusive Gedächtnispalast (engl. Mind Palace), gehören zu den Mnemotechniken. Unter diesen Begriffen lässt sich zu diesem Thema weiterrecherchieren. 

Hier ist ein Beispiel für einen Artikel, in dem die Methode bebildert mit mehr Beispielen auf Englisch durchgegangen wird: 

Lesehinweis:

Art of Memory (2023): “Learn How to Use Sherlock’s Mind Palace Technique”, Art of Memory Blog. Aktualisierter Artikel. https://artofmemory.com/blog/mind-palace/ (zuletzt aufgerufen: 19.08.2023).

Falls euch die Themen interessieren, die ich nebenbei in diesem Artikel erwähnt habe, habe ich hier nochmal Lehrbücher zur portugiesischsprachigen Literaturwissenschaft und spanischen Grammatik angegeben, die mehr Infos zu den Themen geben, die hier als Informationen zum Auswendiglernen angegeben wurden. Zusätzlich gibt es noch Informationen über die erwähnte TV-Serie Sherlock.

Einsatz eines Gedächtnispalasts in den Medien – TV-Serie Sherlock:

Moffat, Steven & Gatiss, Mark (Produktion). (2010-2017) Sherlock [Fernsehserie]. BBC: Hartswood Films. Staffel 2 Folge 2, Staffel 3 Folge 1-3.  

Einführung portugiesischsprachiger Literaturwissenschaft:

Zepp, Susanne (2014): Portugiesisch-Brasilianische Literaturwissenschaft – Eine Einführung. Wilhelm Fink Verlag: Paderborn. 48-169.

Nebensätze, Konnektoren und der Subjuntivo im Spanischen:

Millares, Selena & Centellas, Aurora (2011): Método de Español para extranjeros – nivel intermedio. Zweite aktualisierte Ausgabe. Madrid: Editorial Edinumen. 113-155.

Gómez Torrego, Leonardo. (2011): Análisis sintáctico – teoría y práctica. Dritte aktualisierte Ausgabe. Madrid: Ediciones SM. 196-251.

Im Supermarkt, mit Speisekarten und mit Rezepten lernen: Bezeichnungen von Essen in der Umgebung finden

Nahrungsmittel spielen im Überleben jedes Menschen eine kritische Rolle. In vielen Gesellschaften spielt Nahrung auch eine besondere kulturelle Rolle. Es ist also keine Überraschung, dass es für viele Personen von besonderem Interesse ist, beim Sprachenlernen auch die für sie relevanten Wörter aus dem Bereich Essen zu lernen. In Sprachkursen und Sprachlernbüchern wird dieses Wortfeld häufig thematisiert. Aber welche Möglichkeiten gibt es noch, wichtige Ausdrücke zu lernen?

Supermärkte als interaktives Vokabelhelft

Wenn ihr in einer Region lebt, wo Supermärkte ihre Waren in der Sprache beschildern, die ihr lernen wollt, habt ihr dort einen großartigen Ort, um Vokabeln zu lernen. In Supermärkten kann man die Ware in der Regel auch ohne die Bezeichnung der Ware erkennen. Entweder liegt die Ware einfach so im Regal oder es ist ein Foto auf der Verpackung. Auf dem Preisschild neben der Ware oder auf der Verpackung steht generell eine Bezeichnung, so könnt ihr die Namen der Nahrungsmittel lernen. Am besten checkt ihr später die Wörter nochmal mit einem Wörterbuch oder einer Internetrecherche. So findet ihr vielleicht noch andere Bezeichnungen. Außerdem können Missverständnisse geklärt werden. Besonders bei Allergien, Unverträglichkeiten oder anderen Gründen, aus denen ihr bestimmte Zutaten oder ganze Nahrungsmittel nicht zu euch nehmen könnt, ist es wichtig, die relevanten Wörter herauszufinden, so dass ihr Verkäufer*innen danach fragen oder auf Inhaltslisten danach sehen könnt. Mit den Waren, die im Supermarkt ausliegen und den Preisschildern und den Namen auf den Verpackungen wird der Supermarkt so zu einem interaktiven Vokabelhelft für euch! Auch, wenn ihr in einer Region lebt, in der die Mehrheit der Supermärkte ihre Waren nicht in eurer Lernsprache beschriften, besteht dennoch die Chance, dass es einzelne Läden gibt, die dies doch tun, vielleicht auch mit mehrsprachigen Schildern. 

Im Sprachunterricht bin ich dank des Internets auch schon mit meinen Kursteilnehmenden durch Online-Shops gegangen. Dort befinden sich Bilder von Waren neben den Bezeichnungen und, wenn trotzdem noch Fragen bestehen, lassen sich die Wörter fix kopieren und im digitalen Wörterbuch nachschlagen. 

Mit Speisekarten neue Wörter kennenlernen

Ein anderes Hilfsmittel, um Begriffe aus dem Bereich Nahrung zu lernen, sind Speisekarten. Am Wochenende war ich beispielsweise in einem portugiesischen Restaurant in meiner Stadt, in dem die Speisekarte zweisprachig war. Es gab einmal die Bezeichnung des Gerichts mit den Angaben der Zutaten auf Portugiesisch und dann gab es die deutsche Übersetzung dazu in einer weiteren Zeile. Bei der Recherche nach einem guten Restaurant war ich zuvor online die Speisekarten anderer portugiesischer Restaurants durchgegangen. Auch dort gab es häufig eine Mischung aus portugiesischen Begriffen und deutschen Übersetzungen zu lesen. In Regionen mit vielen Tourist*innen gibt es häufig mehrsprachige Speisekarten oder Speisekarten, die mit vielen Bildern arbeiten. Auch damit lässt sich üben. Ähnlich wie beim Vorgehen mit dem Lernen mit Begriffen aus dem Supermarkt, könnt ihr die Begriffe aus der Speisekarte auch mit Wörterbüchern und einer Internetrecherche gegenchecken. 

Rezepte lesen, danach kochen und Rezepte selber schreiben

Einen weiteren interessanten Bereich bilden Rezepte. Gerade, wenn dir Kochen Spaß macht, würde ich diesen Aspekt empfehlen. Ihr könnt euch in Kochbüchern, im Internet oder durch Freund*innen Rezepte auf eurer Lernsprache beschaffen und damit versuchen, die Namen der Zutaten, aber auch der weiteren Begriffe zu lernen. Rezepte beinhalten neben den Zutaten auch Wörter zu Zubereitungsarten und verschiedene Versionen von Aufforderungen, etwas zu tun. Auch Massenangaben und Zeitangaben sind darin häufig zu finden. Wenn ihr verschiedene Rezepte miteinander vergleicht, könnt ihr vielleicht schon aus dem Kontext die Bedeutungen mancher Begriffe erschließen. Die Wörter, die sich in vielen Rezepten wiederfinden, sind häufig gut zu wissen, um auch andere Rezepte später zu verstehen. Wenn ihr etwas kreativer werden möchtet, könnt ihr auch Fotos erstellen (oder aussuchen) und beschriften. Vielleicht könnt ihr auch eigene Texte schreiben und die Zubereitung eurer Lieblingsgerichte beschreiben

Wie ihr seht, gibt es einige Wege, neue Wörter in eurer Lernsprache zum Thema Essen zu lernen. Guckt doch gern das nächste Mal in Supermärkten, Speisekarten und Rezepten, welche für euch hilfreichen Wörter ihr dort findet.

Ich packe meinen Koffer und nehme eine große Portion Motivation zum Sprachenlernen mit 

Eine Sprache erlernt sich nicht von heute auf morgen. Es braucht sehr viel Übung und Zeit, und um diese tatsächlich aufwenden zu können, kann Motivation extrem hilfreich sein. Wenn du also eine Sprache lernen möchtest, empfehle ich dir, über deine Motivation und deine Möglichkeiten nachzudenken. Für den Start habe ich einen kleinen Fragebogen zur Reflexion erstellt:

  • Was macht dir Spaß? Was bringt dir Entspannung?

Wie bereits in einem anderen Artikel erklärt, ist es sinnvoll, deine Interessen mit dem Sprachenlernen zu verbinden („Französisch und Englisch am Schachbrett: Hobbys nutzen beim Sprachenlernen“). So verbindest du die Zeit mit der Sprache mit etwas Positivem und die Übungen lassen sich vielleicht langfristiger händeln.

  • Warum und wofür möchtest du die Sprache lernen? Was genau ist für dich das Wichtigste bei der Sprache und wofür möchtest du die Sprache in der Zukunft benutzen?

Damit ein Ziel einfacher erreichbar wird, ist es sinnvoll, dieses Ziel plausibel zu gestalten. Wobei könnte dir die Sprache helfen? Welche Aktionen kannst du in der Zukunft mit der Sprache verbinden, die dein Leben bereichern würden?

  • Was sind deine langfristigen Ziele? Was sind deine kurzfristigen Ziele?

Wenn du die Ziele in kurzfristige und langfristige Ziele aufteilst, machst du dir es einfacher, motiviert zu bleiben. So gibt es immer einen Fahrplan und du kannst deinen Fortschritt mit der Zeit beobachten, wenn wieder kurzfristige (und später langfristige) Ziele erreicht werden.

  • Wie viel Zeit kannst du fürs Sprachenlernen aufbringen? 

Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Erlernen neuer Fähigkeiten. Wenn du nur einmal im Monat ein bisschen Zeit aufwenden kannst, solltest du dir wahrscheinlich andere Ziele stecken, als wenn du täglich acht Stunden Zeit hast. Wenn du an einem Sprachkurs teilnimmst, ist auch die Frage, wie viel Zeit du für Hausaufgaben hast und, ob du noch Extrazeit für individuelle Übungen hast. Was es mit den individuellen Aufgaben auf sich hat, kannst du in einem anderen Artikel erfahren: „Wöchentlicher Sprachkurs – und nun?“

  • Wie kannst du das Sprachenlernen mit den Dingen verbinden, die dir Spaß und/oder Entspannung bringen? Wie kannst du das mit deiner Zeit vereinbaren?

Nun geht es darum, die Punkte miteinander zu verbinden. Wie kannst du aus deiner Motivation fürs Sprachenlernen und aus deinen Interessen etwas kreieren, dass dir erlaubt, regelmäßig Übungen zum Sprachenlernen durchzuführen und deine Ziele zu erreichen?

Wöchentlicher Sprachkurs – und nun?

Ihr wollt eine Sprache lernen und habt euch vielleicht schon für den nächsten Sprachkurs angemeldet. Es ist noch etwas Zeit bis zum Start oder ihr seid schon mittendrin, aber wollt gerne noch mehr machen. Der Sprachkurs findet einmal pro Woche statt, aber ihr habt schonmal davon gehört, dass man sich mit einer Sprache am besten täglich auseinandersetzt. Was könntet ihr jetzt tun?

Wie viele Sprachkurse funktionieren

In Sprachkursen werden neue Inhalte vorgestellt und verschiedene wichtige Aspekte einer Sprache geübt. Vielleicht macht ihr ein paar Hörverstehensübungen, ihr erstellt eine Übersicht zu einem bestimmten Grammatikphänomen oder ihr lest zusammen einen Brief an eine Vermieterin. Eines der Probleme, die Sprachkurse haben, sind die begrenzte Zeit und bei größeren Klassen auch noch der Umstand, dass Inhalte weniger individualisiert werden und nicht alle Teilnehmenden über die gesamte Zeit des Kurses im Fokus stehen können. Vielleicht möchtet ihr Spanisch für eure Arbeit in einer Menschenrechtsorganisation lernen, aber der Kurs dreht sich eher um Tourismus, Alltag und Familienleben. 

Komplett ohne Sprachkurs könnte euch das Thema Sprachenlernen aber auch etwas überfordern. So würde euch vielleicht eine Person fehlen, die einen Überblick über Grammatikthemen gibt oder euch bei Fragen unterstützt und euch in die richtigen Richtungen schubst, was neuen Wortschatz oder kulturelle Themen angeht. Ein*e private*r Mentor*in, die euch komplett individuell berät, ist aber vielleicht zu teuer oder nicht erreichbar. Für diese Situation empfiehlt es sich, einen allgemeinen Sprachkurs zu belegen und dann neben dem Kurs euch euer individuelles Programm zurechtzulegen. 

Beispiel für selbstständiges Lernen

Gucken wir uns einmal kurz die Selbstlernmethoden von Lydia Machová von „Language Mentoring“ an. Bei dem „Language Mentoring“-Konzept geht es darum, dass man sich über einen längeren Zeitraum, z.B. drei Monate, auf zwei/drei Aspekte aus dem Bereich Sprachenlernen, besonders konzentriert. Wenn wir Spanisch lernen wollen, könnten wir z.B. Hörverstehen, Wortschatz und Sprechen auswählen. Das bedeutet, dass unsere Hauptenergie in Übungen wie Podcasts hören, Selbstgespräche führen und Wörter aus den Podcasts und für Gespräche raussuchen und wiederholen gehen könnten. Vielleicht gucken wir auch unsere Lieblingsserien auf Spanisch, um so unser Hörverstehen zu trainieren und sprechen danach über das, was wir gesehen haben. 

Der Vorteil dabei, dass man sich auf kleinere Aspekte des Sprachenlernens konzentriert, ist, dass wir schneller Erfolge bemerken und so im besten Fall langfristiger motiviert bleiben, weiterzuarbeiten. Nach drei Monaten (oder einem anderen festgelegten Zeitraum) kann man denn die Fokus-Aspekte wechseln und trainiert so langfristig alle Bereiche (z.B. Hören, Lesen, Sprechen & Aussprache, Schreiben, Wortschatz, Grammatik, Kultur).  

Das Beste aus beiden Welten

Angenommen wir nehmen an einem wöchentlichen Sprachkurs teil. Dort werden meist relativ viele der genannten Aspekte durcheinander geübt. Dies liegt daran, dass alle Aspekte mal vorgestellt und geübt werden sollten, da in so kurzer Zeit wie 90min pro Woche in einem Kurs, der vielleicht zwölf bis fünfzehn Termine hat, eher schlecht mit Fokusthemen gearbeitet werden kann, vor allem, wenn die verschiedenen Teilnehmenden im Kurs vielleicht komplett unterschiedliche Aspekte üben wollten. Das Gute bei so einem Sprachkurs ist, dass ihr einige Übungen und Aspekte vom Sprachenlernen vorgestellt bekommt und Kontakte zu anderen Personen knüpfen könnt, die dieselbe Sprache lernen möchten und mit der Lehrkraft auch eine Person in eurem Umfeld habt, die euch bei Fragen weiterhelfen kann. Gleichzeitig könnt ihr euch in der Zeit außerhalb des Sprachkurses auf die Themen konzentrieren, die für euch persönlich interessant sind. So könnt ihr das Beste aus beiden Welten bekommen, einmal die Unterstützung und Struktur von einem Sprachkurs, gleichzeitig aber auch die Individualisierung der Inhalte durch selbstgesteuertes Lernen. Wenn dann mal kein Sprachkurs stattfindet, vielleicht ist gerade Sommerpause oder Feiertage unterbrechen den Kurs, dann könnt ihr euch von eurem eigenen individualisierten Programm etwas aussuchen, so dass ihr dann trotzdem weiterlernen könnt. 

Angenommen wir nehmen an einem wöchentlichen Sprachkurs teil. Dort werden meist relativ viele der genannten Aspekte durcheinander geübt. Dies liegt daran, dass alle Aspekte mal vorgestellt und geübt werden sollten, da in so kurzer Zeit wie 90min pro Woche in einem Kurs, der vielleicht zwölf bis fünfzehn Termine hat, eher schlecht mit Fokusthemen gearbeitet werden kann, vor allem, wenn die verschiedenen Teilnehmenden im Kurs vielleicht komplett unterschiedliche Aspekte üben wollten. Das Gute bei so einem Sprachkurs ist, dass ihr einige Übungen und Aspekte vom Sprachenlernen vorgestellt bekommt und Kontakte zu anderen Personen knüpfen könnt, die dieselbe Sprache lernen möchten und mit der Lehrkraft auch eine Person in eurem Umfeld habt, die euch bei Fragen weiterhelfen kann. Gleichzeitig könnt ihr euch in der Zeit außerhalb des Sprachkurses auf die Themen konzentrieren, die für euch persönlich interessant sind. So könnt ihr das Beste aus beiden Welten bekommen, einmal die Unterstützung und Struktur von einem Sprachkurs, gleichzeitig aber auch die Individualisierung der Inhalte durch selbstgesteuertes Lernen. Wenn dann mal kein Sprachkurs stattfindet, vielleicht ist gerade Sommerpause oder Feiertage unterbrechen den Kurs, dann könnt ihr euch von eurem eigenen individualisierten Programm etwas aussuchen, so dass ihr dann trotzdem weiterlernen könnt. 

Zitate, Redewendungen und Begriffe des Schachspiels in der deutschen Sprache

„Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“ ist in Deutschland ein berühmtes Zitat aus der Welt des Fußballs und der Satire (Gerüchten zufolge wird das Zitat Podolski zugeschrieben, soll aber von Böhmermann stammen?). Nun kommt in dem Zitat aber auch noch eine andere Sportart vor: Schach. In diesem Artikel wollen wir uns nun einmal ein paar Redewendungen und Begriffe aus dem Bereich Schach angucken, die in der deutschen Sprache verwendet werden:

Damengambit

Die Serie „Damengambit“ erreicht international eine große Bekanntheit. Tatsächlich stammt dieser Titel von dem Namen einer Spieleröffnung im Schach. Die ersten Züge eines Schachspiels werden Eröffnung genannt. Hierbei bekommen verschiedene Zugkombinationen von Eröffnungen unterschiedliche Namen. Bei einem Gambit geht es darum (meist) einen Bauern schlagen zu lassen und dafür einen Positionsvorteil zu bekommen. Beim Damengambit wird mit dem Bauern vor der Dame gestartet und wenn möglich danach der Bauer, der eine Linie weiter außen ist, für ein Opfer angeboten.

In Zugzwang geraten

Wenn ich in Zugzwang geraten bin, denn bin ich in einer Situation, wo ich handeln muss, auch wenn es unangenehm ist und ich im Zweifel eigentlich gerne nicht reagieren wollen würde. Im Schach ist es nicht möglich, einen Zug auszusetzen. Das bedeutet, dass ich auch einen Zug durchführen muss, wenn alle möglichen Züge mir einen Nachteil bringen. Häufig hört man, dass jemand in Zugzwang geraten ist, wenn es um schwere Entscheidungen geht, daher zum Beispiel oft auch in politischer oder wirtschaftlicher Berichterstattung.

Es gibt nur ein Mittel, im Schachspiel unbesiegt zu bleiben. Spiele nie Schach. (Tucholsky)

Schach spielen und Sprachen lernen haben tatsächlich einige Gemeinsamkeiten. Wenn wir uns das Zitat von Tucholsky ansehen, sehen wir eine dieser Gemeinsamkeiten. Häufig kommen wir in Situationen, wo Menschen Angst haben, Fehler zu machen und sich dadurch teilweise kaum trauen etwas zu tun oder zu sagen. Um von Fehlern lernen zu können, müssen wir aber auch erstmal in die Situation kommen, Fehler machen zu können. Wer unbedingt keine Fehler in einem Schachspiel oder beim Sprechen einer Sprache machen möchte, ist am besten damit beraten, kein Schachspiel anzufangen und die Sprache einfach nicht zu sprechen. Um aber erfolgreich beim Spielen oder Sprechen zu werden, empfiehlt es sich, diese Tätigkeiten regelmäßig durchzuführen und, wenn Fehler auftreten oder man ein Spiel verliert, aus diesen Fehlern zu lernen. 

Rochade

Normalerweise hat jede Figur ein bestimmtes Set an möglichen Zügen, wobei dafür relativ irrelevant ist, an welcher Position die Figur steht oder, ob sie zuvor bereits berührt wurde. So ist es möglich mit wenigen Regeln alle möglichen Züge zu erklären. Hiervon gibt es aber Ausnahmen wie die Rochade und das en passant Schlagen. Bei der Rochade dürfen zwischen einem Turm und dem König keine Figuren mehr stehen und sowohl Turm als auch König dürfen noch nicht bewegt worden sein. Wenn diese Voraussetzungen zutreffen, darf der König zwei Züge auf den Turm zugehen und der Turm wird daraufhin auf die andere Seite des Königs gestellt. Dies ist mit beiden Türmen möglich. Da Turm und König für die Rochade zuvor noch nicht bewegt worden sein dürfen, ist dies nur einmal pro Spieler*in pro Partie möglich und dabei nur entweder mit dem einen oder mit dem anderen Turm. Zusätzlich darf nur rochiert werden, wenn der König vor dem Zug nicht um Schach steht, nach dem Zug im Schach stehen würde oder bei der Rochade durch ein Schach laufen würde.

Ich erinnere mich aus meiner Schulzeit daran, dass eine Freundin und ich öfter mal darum gebeten wurden, im Klassenzimmer „zu rochieren“. Dabei ging es darum, dass wir unsere Sitzplätze tauschen sollten, beispielsweise wenn eine von uns dichter am Gang sitzen sollte. Das kam auch gerne mal vor, wenn wir in einem Auto saßen und auf der Rückbank die Plätze wechseln sollten, weil die andere früher aussteigen musste und so dichter an der Autotür sitzen würde.

En passant

Dieser Ausdruck kommt wie manch anderer Ausdruck im Schach aus dem Französischen. Hierbei geht es darum, dass Bauern in bestimmten Stellungen andere Bauern „im Vorübergehen“ (= en passant) schlagen dürfen. Bauern dürfen nur in ihrer Startposition bis zu zwei Felder in einem Zug geradeaus gehen. Wenn sie diese zwei Felder geradeaus ziehen und dabei neben einem gegnerischen Bauern landen, darf dieser gegnerische Bauer den Bauern en passant schlagen. Eigentlich können Bauern nur diagonal (also schräg) schlagen. Die en passant Regel schafft damit einen Ausgleich für Situationen, wo der Doppelschritt sonst umgehen würde, dass ein Bauer von einem gegnerischen Bauern geschlagen werden könnte, sollte der Bauer nur ein Feld vorgehen.

Hobby-Vokabular im Alltag

Wenn wir Dinge, die wir regelmäßig machen, mit dem Sprachenlernen verbinden, brauchen wir auch das spezielle Vokabular dieses Bereichs, so z.B. Schach-Vokabular, wenn wir Schach mit dem Sprachenlernen verbinden möchten. Gleichzeitig hat aber auch Wortschatz aus dem Schachbereich den Einzug in die Alltagssprache gefunden, weshalb nicht mehr nur Spieler*innen in Zugzwang geraten, sondern auch Politiker*innen und CEOs. Fallen euch noch andere Ausdrücke ein, in denen Schach eine Rolle spielt?

Videospiele: Eine Methode zum Kennenlernen von Menschen und zum Üben von Sprachen

Spaß beim Lernen haben

In einem vorherigen Beitrag habe ich darüber geschrieben, wie Hobbys beim Sprachenlernen helfen könnenund habe dabei von einem Schachturnier in Frankreich erzählt. Nun hat nicht jede Person die Möglichkeit in eine Region zu gehen, in der die Sprache, die man lernen möchte, von weiten Teilen der Gesellschaft gesprochen wird. Der Kern der Message sollte sein: Guckt wie ihr Sachen, die euch Spaß machen und die ihr sowieso tut, nutzen könnt, um in Situationen zu kommen, in denen ihr die Sprache, die ihr lernt, nutzen könnt. 

Videospiele zum Lernen nutzen

In diesem aktuellen Beitrag soll es nun nicht um Schach gehen, sondern um Videospiele. In meiner Schulzeit waren Computerspiele der Grund dafür, dass wir schon von griechischer Mythologie wussten, bevor wir unsere erste Geschichtsstunde hatten. Man erklärte uns, dass Spiele natürlich nicht die Realität abbilden und sich einiges ausgedacht wird, um die Geschichte dramatischer klingen zu lassen oder spielbarer zu gestalten. Dasselbe gilt bei Spielfilmen. Gerüchten zu Folge ist auch nicht alles so passiert, wovon in Asterix und Obelix erzählt wird. Während aber manche Leute Spiele und Filme verteufeln und jüngere Generationen, die damals tendenziell eher Computerspiele gespielt haben, dafür verurteilt haben, dass sie ihre Zeit vergeudeten, haben diese Spiele dafür gesorgt, dass wir uns schon früh für Themen aus der Weltgeschichte interessierten. 

Interesse wecken für mehr Motivation

Es gibt einen Videokanal (Sommers Weltliteratur To Go), auf dem mit Playmobil Kurzversionen von berühmter Literatur nachgespielt werden. Diesem Kanal wird zum Teil vorgeworfen, dass er dafür sorge, dass „die jungen Leute“ die Originale nicht mehr lesen würden. Tatsächlich sorgt er aber dafür, dass Menschen die Geschichten zugänglicher präsentiert bekommen und sich so aussuchen können, wofür sie sich interessieren und denn die passenden Bücher gezielter lesen können. Es bringt auch eine höhere Zugänglichkeit für Personen, die so dicke Bücher vielleicht gar nicht lesen könnten. Mittlerweile wird das Projekt sogar vom Reclam Verlag unterstützt.

In meinen Deutschkursen habe ich diesen Videokanal schon öfter empfohlen, weil so die Geschichten in deutscher Sprache auch für diejenigen, für die das Original sonst vielleicht zu anstrengend und nicht auf einem passenden Niveau wäre, zugänglicher werden. 

Besonderheiten von Videospielen als Medium

Videospiele können die Geschichten noch erlebbarer machen. Beim Lesen von Büchern, dazu zähle ich explizit auch das Hören von Hörbüchern, wird die Fantasie anders aktiviert als beim Sehen von Filmen, wo die Darstellung der Umgebung und der Figuren expliziter von denjenigen, die den Film erstellen, vorbestimmt werden. In Spielen ist es möglich, die Geschichte oder die Umgebung nochmal anders durchzugehen und zu erleben. Je nach Setting kann man freiere Entscheidungen treffen oder die Umgebung genauer ansehen, ohne die Geschichte voranzutreiben. MMOs wie Aion treiben diese Eigenschaft noch auf die Spitze. In Spielen, die darauf ausgelegt sind, dass man sie regelmäßig spielt und nicht einfach in ein paar Wochen durchspielt, fokussieren sich darauf, dass man sich innerhalb der Welt, die in eine Geschichte eingebaut wurde, bewegt und dort eine Art Alltag mit regelmäßig wiederholbaren Quests und wiederholbar bespielbaren Instanzen aufbaut. 

Über Spiele mit Menschen verbinden

In MMOs gibt es die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Menschen zu spielen und neue Menschen kennenzulernen, die auch Spaß am jeweiligen Spiel haben. Auf diesem Weg haben sich schon einige langfristige Freundschaften gebildet. So gibt es eine weitere Möglichkeit, von zuhause aus Personen kennenzulernen, die an einem ganz anderen Ort leben. Natürlich birgt dies auch Gefahren, da sich böse Absichten online teilweise einfacher verschleiern lassen. Gleichzeitig bringt die Online-Welt für einige Personen aber auch Möglichkeiten, sich freier zu entfalten. In vielen Spielen kann man die Figur(en), die man spielt, selbst gestalten. Man kann in Gruppen Dinge unternehmen, ohne die Wohnung verlassen zu müssen. Man kann auch Namen austesten oder Communities zu einem bestimmten Thema finden. 

Von der einfachen Bestenliste zum Voicechat: Verschiedene Wege der Kommunikation im Spiel

Ob man Videospiele spielt und wenn ja, welche Art von Videospiel einem gefällt, ist eine sehr persönliche Entscheidung. Mit Computern, Spielekonsolen, Smartphones, Tablets und verschiedenen Geräten, die in der Handtasche transportiert werden könnten, gibt es extrem verschiedene Möglichkeiten, Spiele auf Geräten zu spielen. Dies birgt das Potenzial, auch auf sehr unterschiedlichen Arten spielen zu können. Teilweise ist es sogar möglich, über verschiedene Plattformen dasselbe Spiel zu spielen. Diablo 3 ist beispielsweise spielbar auf PC und Playstation, während Forge of Empires spielbar per Browser und Smartphone-App ist. In extrem vielen Spielen ist es möglich, mit anderen Menschen zu kommunizieren. In Aion kooperiert man beispielsweise direkt miteinander, um bestimmte Ziele zu erreichen. Für manche Quests oder Instanzen sind mehrere Personen sogar notwendig. Gleichzeitig ist es auch möglich gegen andere Spieler*innen zu kämpfen. Auf dem Bildschirm kann man die Figuren voneinander sehen und sollte man einen Voicechat zusätzlich verwenden, hört man das eigene Team sogar, um für die Kooperation Absprachen zu treffen. In Spielen wie Forge of Empires ist die Kooperation eingeschränkter. Es gibt in beiden Spielen Chats und Gruppen, auch in Forge of Empires gibt es Gruppenaufgaben zur Kooperation, es findet alles aber etwas distanzierter statt. Gleichzeitiges Spielen bringt keine großen Vorteile, Kommunikation findet meist eher nur schriftlich statt, Absprachen, wenn sie überhaupt stattfinden, fallen wesentlich weniger komplex aus, weil die wichtigsten Aktionen vom Individuum entschieden und durchgeführt werden. Im Vergleich dazu ist die Kommunikation auf Duolingo sehr minimiert. Es ist möglich, sich mit anderen zu verbinden und sich so vergleichen zu können oder zu sehen, was die anderen Personen zu erreicht haben, Kommunikation mit diesen Personen ist aber kein großer Fokus der App, sondern eher das Durchspielen der Aufgaben und sich dann gegenseitig mit den erzielten Ergebnissen zu vergleichen. 

Was die Spiele aber gemeinsam haben, ist, dass es zum Austausch zu den Spielen jeweils eigene Foren gibt. Es gibt auch zu vielen Spielen, egal wie kommunikativ sie selbst ausgelegt sind, Communities auf Social Media Plattformen. Gerade im Bereich Videogames gibt es auch viele Online-Streams und Videokanäle mit Videos von Leuten, die solche Spiele spielen. Es ist also auch unabhängig vom Spiel selbst möglich, über diverse Wege, über das Spiel zu sprechen und mit Menschen in Kontakt zu treten. 

Videospiele und das Sprachenlernen

Nun haben wir besprochen, wie Videospiele bei Motivation und Interesse an Themen helfen können und wie Videospiele zu Kontakt mit Menschen führen können. Gehen wir nun einen Schritt weiter: Videospiele als Methode, um Sprachen zu üben. Wie wir wissen, besteht Sprachenlernen aus verschiedenen Teilen: Hören/sehen, lesen, sprechen/gebärden, schreiben, Vokabeln und Grammatik, wobei nicht jede Sprache auch eine Schriftsprache ist. Wie schreiben und sprechen in Videospielen geübt werden kann, sollte aus dem Abschnitt zum Kontakt mit Menschen klar werden. Schriftliche Chats, Foren, Streams und Voicechats für die Kommunikation mit anderen Spieler*innen unterstützen Lernende beim Üben. Über Videosequenzen und sprechenden Figuren im Spiel und über Questtexte und schriftlichen Aufgaben oder eben auch über Chats und Foren kann das Hören und Lesen geübt werden. Viele Streams beinhalten auch Videos der Streamenden, so dass über Videochats und Streams auch Gebärden sichtbar gemacht werden können und genauso auch das Gebärden oder das Verstehen von Gebärden geübt werden kann. Durch die Nutzung dieser verschiedenen Kompetenzen, können Vokabeln geübt werden, die entweder Teil der Geschichte, der Aufgaben oder der Kommunikation über das Spiel häufig genutzt werden. 

Tipps für die Praxis: Inhalte in verschiedenen Sprachen finden

Um einen breiten Markt bespielen zu können, werden viele Spiele in verschiedenen Sprachen und Regionen veröffentlicht. Dadurch gibt es häufig auch Foren in verschiedenen Sprachen, genauso wie Streams in verschiedenen Sprachen stattfinden. Manchmal hilft es bei der Informationssuche zu einem Spiel, auch, in Foren in anderen Sprachen nachzusehen, weil dort vielleicht ein Thema besprochen wurde, was in der eigenen Sprache nicht vorkam. Nehmen wir nochmal das Beispiel Aion. Das Spiel kommt aus Korea, weshalb die neuesten Informationen zum Spiel selbst auf Koreanisch am einfachsten zu finden sind. Es gibt aber auch Publisher in anderen Regionen wie die USA und Europa. Updates aus Korea werden erst später in den anderen Regionen eingeführt, so dass ein Update, das in Europa frisch auf die Server gespielt wurde, in anderen Regionen schon länger gespielt wurde. Wenn man nun nach Informationen sucht, wie man ein bestimmtes Ziel am einfachsten erreicht, kann es helfen, nach Informationen aus der USA oder Korea zu gucken. In der Vergangenheit wurden beispielsweise Tools auf russischen Webseiten zu Aion verwendet, um bestimmte Werte für das Spiel zu berechnen. Diese Webseiten wurden dann für den außer-russischen Markt in andere Sprachen (meist Englisch) übersetzt. 

Aktuell ist es so, dass es beim europäischen Aion-Publisher Gameforge zwei internationale, einen deutschen und einen französischen Server gibt. Dementsprechend wird das Spiel auf Deutsch, Englisch und Französisch angeboten und auch das Forum ist demtentsprechend gestaltet. In der Vergangenheit wurden auch schon spanische, italienische und polnische Versionen angeboten. Je nachdem wie viele Spieler*innen es auf einem der Server gibt, ist es möglich, dass es sich lohnt, mit Leuten auf einem der anderen Servern oder auf einem der internationalen Servern in der einen oder anderen Sprache miteinander zu kooperieren. Spiele, die nicht nur für einen regionalen Markt erstellt wurden, können also auch bei Mehrsprachigkeit helfen. Es ist teilweise auch möglich, das Spiel in einer anderen Sprache zu spielen, als die Serversprache. Das bedeutet, dass die Kommunikationssprache beispielsweise Französisch ist, die Aufgabentexte und die Fähigkeitenbeschreibungen aber auf Englisch eingestellt werden können, falls man das Gefühl hat, dass alles auf die Sprache umzustellen, die man lernen möchte, eine zu hohe Herausforderung sein würde. 

Die Rolle von Communities

Wenn man Videospiele zum Sprachenlernen nutzen möchte, ist es sinnvoll, auszutesten, mit was für Communities man zu tun hat. Während Sprachlernapps wie Duolingo, Babbel und Drops komplett dafür ausgelegt sind, von Lernenden genutzt zu werden, ist dies bei anderen Spielen nicht unbedingt der Fall. Wenn ich Assassin’s Creed alleine spiele, und ich mal eine Aufgabe nicht richtig verstehe, bin ich die einzige Person, die mit den Konsequenzen leben muss. Bei Spielen, wo große Gruppen miteinander kooperieren müssen und der Voicechat eine große Rolle spielt, kann es sein, dass die anderen Spielenden weniger Verständnis für Fehler zeigen. Vielen Menschen scheint es viel zu einfach zu fallen, andere Leute zu beleidigen. Dies sollte eigentlich das Problem derjenigen sein, die diskriminierendes Verhalten an den Tag legen, drunter leiden tun meistens aber leider genau die anderen. An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es Communities als Gemeinschaft in der Hand haben, Leute auszuschließen, die sich diskriminierend verhalten und jede Person für sich selbst überlegen sollte, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält, so dass alle Spaß haben können. 

Noch ein paar Worte zum Abschluss

Neben den bereits genannten Wegen können natürlich auch Blogbeiträge und Artikel zu Spielen beim Üben des Lesens helfen. Dieser Artikel ist ein Beispiel dafür. Im Online Magazin Language At Play, in dem bereits zwei Artikel von mir veröffentlicht wurden, gibt es beispielsweise mehr Artikel zu Spielen und Sprache zu finden. Mein erster Artikel bei Language At Play war beispielsweise über die Kommunikation bei Online-Konferenzen und was wir dafür aus dem Gaming Bereich lernen können

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*Werbung*

Während die Anwendung von Sprachwissen extrem hilfreich ist, um eine Sprache im echten Leben tatsächlich nutzen zu können, hilft es auch, etwas gelenktere Aufgaben zur Grammatik oder bestimmten Gesprächsthemen durchzugehen, um spezielle Bereiche einer Sprache zu verbessern. So kann es beispielsweise helfen, einerseits Videospiele zum Sprachenlernen zu nutzen und gleichzeitig Online-Unterricht zu nehmen. Neben den Sprachlernapps, die im Artikel genannt wurden, gibt es auch die Möglichkeit, zum Beispiel bei Babbel Live in Kleingruppen Sprachunterricht zu nehmen. Wenn dieser Affiliate-Link

Babbel Live Affiliate Link

zur Anmeldung verwendet wird, teilt Babbel einen kleinen Teil der Einnahmen mit mir. Auf diesem Weg steigern sich die Möglichkeiten, dass ich weiter Artikel zu Themen rund ums Sprachenlernen schreiben kann. Es gibt auf meinem Blog auch einen Artikel dazu, wie ich zu Babbel Live gekommen bin.

Ein Wagnis: als Linguistin am Schachbrett

Für einen Artikel bei „Language At Play“ habe ich mich in die Höhle des Löwen getraut. Ich habe einen Selbstversuch gewagt und dabei getestet, was passiert, wenn eine Linguistin am Schachbrett sitzt.

Wer mich kennt, weiß natürlich, dass dies nicht das erste Mal war, dass ich am Schachbrett saß. In einem vorherigen Blogartikel auf diesem Blog habe ich bereits über frühere Schacherfahrungen von mir berichtet und dort darüber geschrieben, wie mir Schachfahrten beim Sprachenlernen geholfen haben und mich nochmal neu motiviert haben.

Ich denke, dass sich die Themen Schach und Sprache(n) großartig verbinden lassen, wie die beiden Artikel bereits zeigen. Falls ihr mehr über diese Themenkombination lesen möchtet, schreibt mir gern oder postet über die Artikel über Social Media! Das Teilen meiner Artikel würde mich sehr freuen!

Französisch und Englisch am Schachbrett: Hobbys nutzen beim Sprachenlernen

In diesem Artikel möchte ich darüber berichten, wie ich zum ersten Mal meine Französischkenntnisse aus der Schule im echten Leben anwenden konnte und was ich aus diesen Erfahrungen gelernt habe. 

ein Teil eines Schachbretts mit Figuren
Hobbys nutzen, um mit Leuten in Kontakt zu kommen. Beispiel: Schach.

Zum Schach nach Paris

Als ich Teenager war, hatten wir an unserer Schule einen Lehrer, der schachbegeisterte Schüler*innen unterstützte und regelmäßig mit Jugendgruppen für ein paar Tage zu einem Schachturnier nach Paris fuhr. Durch Freundinnen, die regelmäßiger Schach spielten, hatte ich davon gehört und hatte mich dann mit einer Freundin dazu entschieden, bei so einer Schachfahrt mitzufahren. 

Das Schachturnier war ein normales Turnier, wo außer unserer Gruppe vor allem Erwachsene, die in Frankreich lebten, spielten. Das hatte zur Folge, dass wir mit anderen Turnierteilnehmenden nur auf Englisch oder Französisch kommunizieren konnten. Ein paar von uns hatten in der Schule nie Französisch gelernt, andere, so wie ich, waren es nicht gewohnt, Französisch tatsächlich auch außerhalb des Unterrichts nutzen zu können (oder müssen). 

Sicht durch einen Rundbogen zum Eiffelturm in Paris
Reisen allein verbessert die Sprachkenntnisse noch nicht automatisch, sie können aber dabei helfen, Leute zu treffen, die die Sprache sprechen, die du gerade lernst.

„Wie heißt eigentlich der Springer auf Französisch?“

Im Turnierschach ist es so, dass man sich häufig nach einem Spiel mit der Person, gegen die man gespielt hat, zusammensetzt und die gespielten Züge durchgeht und bespricht. Ein Gegner, den ich hatte, besprach das gesamte Spiel auf Französisch mit mir. Bis dahin wahrscheinlich das komplizierteste Gespräch, was ich bis dahin jemals auf Französisch gehalten hatte. 

Als Reisegruppe sprachen wir untereinander Deutsch und auch, wenn wir unterwegs waren, war die meiste Zeit das höchste der Gefühle mal ein paar einzelne Worte Englisch oder Französisch zu Verkäufer*innen zu sprechen. Dieses Schachturnier hatte aber dafür gesorgt, dass wir nicht nur oberflächlich Kontakt zu den Leuten bekamen, die in und um Paris lebten, sondern auch längere Gespräche miteinander führten – und mal ehrlich, in welchem Französischkurs wäre ich sonst mal auf das Thema „Schach“ gekommen? 

Mit Menschen in Kontakt treten und Gesprächsthemen finden

Aus dieser Fahrt habe ich gelernt, dass Aktivitäten wie so ein Schachturnier helfen können, Gesprächsthemen zu finden und so die Sprachkenntnisse, die man sich erarbeitet hat, auch zu nutzen und neue Themen und Ausdrücke kennenzulernen. Unser Schulunterricht damals fand in einem sehr isolierten Raum statt. Wir hatten wenig Möglichkeiten, das Gelernte tatsächlich zu nutzen. Diese Fahrt hat mir auch gezeigt, dass eine Reise in eine Region, in die eine Sprache gesprochen wird, die man lernt, nicht unbedingt bedeutet, dass man diese dabei wirklich übt. Wäre unsere Reisegruppe unter sich geblieben, hätte ich bei Weitem nicht so viel Französisch von dieser Fahrt mitgenommen. 

Warum erzähl ich diese Geschichte? Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es hilfreich ist, die eigenen Hobbys als Gesprächsthemen zu nutzen und über diese Möglichkeiten zu suchen, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das hilft beim Reisen, aber auch überall anders, wo man versuchen möchte eine Sprache mehr zu verwenden. 

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Liebe Grüße gehen raus an alle Menschen, die sich in diesem Artikel wiedererkennen und an den Schachlehrer, der uns so viele Erfahrungen ermöglichte, indem er mit uns solche Schachfahrten gemacht hat. Vielen Dank dafür! Merci beaucoup! 🙂