Bad Bunny: Puerto Rico auf der Weltbühne

“English is not my first language. But it’s okay, it’s not America’s first language either”, sagte Bad Bunny in einem Interview im Vorlauf zu seinem SuperBowl-Halftime-Show-Auftritt 2026. Der Puertoricanische Sänger hatte sein SuperBowl-Halftime-Show-Debüt 2020, als Shakira und Jennifer Lopez die Leadsängerinnen der Show waren. Shakira hatte Bad Bunny damals mit auf die Bühne gebracht. 2026 war nun das Jahr gekommen, in dem Bad Bunny selbst der große Star des Auftritts war. In seiner Halftime-Show am 8.2.26 sang er auf Spanisch. In seinen Texten und in den Inszenierungen auf Football-Feld und Bühne hatte er einige Referenzen zu seiner Heimat Puerto Rico, dessen Gesellschaft und Geschichte, untergebracht.

Reflexion: Was weißt du über Puerto Rico? Findest du Referenzen zu Puerto Rico in dem Halftime-Show-Auftritt von Bad Bunny?

“God bless America”

Im letzten Abschnitt des Auftritts ruft Bad Bunny “God bless America” (Minute 12:09) und zählt daraufhin einige Länder auf, die zu den Americas gehören. Es gab Theorien, dass er die Länder Lateinamerikas aufgezählt hätte oder alle Länder der amerikanischen Kontinente, oder dass er alle lateinamerikanischen Länder auf Spanisch aufgezählt hätte und nur die USA dementsprechend auf Englisch. Es gab positive Reaktionen aus Kanada dazu, dass er “Canadá” auf Spanisch aufgezählt hatte. Tatsächlich hatte er einfach beinahe alle Länder der Americas aufgezählt, unabhängig davon, ob sie Teil von Lateinamerika waren oder nicht.

Übungen:

  1. Welche Länder erwähnt Bad Bunny in seinem Auftritt nachdem er “God bless America” ruft? Welche Länder der Americas fehlen?
  2. In welchen Ländern Lateinamerikas wird Spanisch gesprochen?
  3. Welche Länder erwähnt Bad Bunny, die Spanisch nicht als offizielle Sprache haben?
  4. Extra: Was ist das Problem an der Annahme, dass die Beschreibungen “Länder, in denen Spanisch gesprochen wird” und “Länder, in denen Spanisch die offizielle Sprache ist” deckungsgleich wären?

Youtube-Video zum Auftritt von Bad Bunny bei der Halftime-Show 2026

Tipp: Für den Fall, dass du Schwierigkeiten hast, bei dem schnellen Tempo mitzukommen, kannst du die Wiedergabegeschwindigkeit des Videos ändern. Du kannst auf Youtube, wenn dir ein Video angezeigt wird, auf das Zahnrad klicken und hier z.B. auf “0,7x” gehen. So behältst du die Qualität des Audios, aber es wird schon deutlich langsamer gesprochen und gesungen.

Geographie-Lektion to go

.Mit diesem Abschnitt des Auftritts schickte Bad Bunny folgende Message in die Welt: Amerika, das sind alle Länder der Americas, nicht nur die USA. Diese Geographie-Lektion scheinen einige Personen auch notwendig zu haben. Im Vorfeld hatten sich US-Amerikaner*innen (berühmt und weniger berühmt) öffentlich dazu geäußert, dass sie es vorgezogen hätten, wenn ein Amerikaner die Show übernommen hätte. Selbst wenn sie US-Amerikaner gesagt hätten, wäre die Aussage nicht weniger unpassend. Puerto Rico ist Teil der USA. Als Puertoricaner hat Bad Bunny einen US-amerikanischen Pass. Außerdem, wie Bad Bunny in der Show zeigte: Amerika, das ist eine wesentlich größere Region als nur die USA. Was einige dieser Reaktionen auf den Auftritt zeigten: Rassismus schert sich nicht um Logik.

Meine Lieblingsfrage im Spanischunterricht: Zu welchem Land gehört Puerto Rico?

Aufgabe: Schau dir eine Karte der Karibik an. Wo befinden sich Kuba, die Dominikanische Republik und Puerto Rico? Wie groß sind die Entfernungen zwischen Miami in Florida und Kuba, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico jeweils?

Welttournee ohne Festland der USA

Nach dem SuperBowl-Auftritt führte Bad Bunny seine Welttournee weiter fort. Kurios dabei: Nach einigen Auftritten in Puerto Rico ging es für den Sänger um die Welt, jedoch blieben weitere Auftritte auf dem Festland der USA aus. Als Grund wurde die Gefahr genannt, dass ICE-Agenten vor den Konzerten warten könnten und Konzertbesucher*innen so weder in Sicherheit zum Konzert kämen und noch dieses wieder in Sicherheit verlassen könnten.

Kurz vor dem SuperBowl-Auftritt hatte Bad Bunny den ersten Grammy als “Album des Jahres” mit einem Album gewonnen, das nicht englischsprachig war, nämlich mit seinem Album “Debí Tirar Más Fotos”. Bad Bunny zeigt, dass man auch erfolgreich sein kann, wenn man nicht das englischsprachige Publikum mit englischsprachiger Musik auf dem Festland der USA bedient. Die Überraschung mancher Kommentator*innen klingt beinahe so, als wäre Spanisch keine Weltsprache, gesprochen von mindestens 500 Millionen Sprecher*innen weltweit. Eine andere Frage wäre auch: Seit wann muss man den Text von Musik verstehen, um sie sich anzuhören und sie zu mögen?