Honduras: Der Ruf nach Gerechtigkeit für Berta Cáceres

Am 2. März 2026 jährte sich der Mord an der indigenen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres zum zehnten Mal. Die Organisation COPINH, die sie damals mitbegründet hatte, veröffentlichte am 1.3.26 eine Pressemitteilung, in der die Weltgemeinschaft aufgerufen wird, sich für internationalen Druck und Gerechtigkeit für Berta Cáceres einzusetzen.  

Berta Isabel Cáceres Flores (4. März 1973 – 2. März 2016) war Co-Gründerin des indigenen Netzwerkes COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras). Zuletzt engagierte sie sich gegen das Wasserkraftwerk-Projekt Agua Zarca, das negative Auswirkungen auf den Fluss Gualcarque gehabt hätte. Der Fluss ist die Lebensquelle der Region und fließt durch das Territorium der Lenca. Die Lizenzen für das Projekt hätten ohne Absprache mit den Lenca nicht verteilt werden dürfen.

Am 2. März 2016, vor 10 Jahren, erschossen Auftragsmörder die indigene Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres in ihrem Zuhause in La Esperanza, Honduras. 

COPINH über die Causa Berta Cáceres

Pressemitteilung von COPINH zum 1. März 2026 ENGLISCH SPANISCH

Zur Aufklärung des Falls um den Tod von Berta Cáceres wurde ein Untersuchungsgremium von unabhängigen Expert*innen einberufen, die die Datenlage untersuchte. Dieses Gremium arbeitet unter dem Titel GIEI para Honduras (Grupo Interdisciplinario de Expertas y Expertos Independientes para Hondura). GIEI veröffentlichte einerseits einen Abschlussbericht, andererseits auch eine interaktive Website, mit der die Datenlage erkundet werden kann.

GIEI para Honduras Bericht: Zugang über “Informe GIEI” auf Website des COPINH

Interaktive Website GIEI para Honduras

Für die Ausführung der Tat wurden bereits Männer in Rechenschaft gezogen. Bei den Hintermännern, Geldgebern und Planern der Tat sieht dies anders aus. Die GIEI schreibt auch, dass unter den aktuellen Umständen wenig dafür spricht, dass nicht ähnliche Vorkommnisse wieder passieren könnten. Die Präventionsarbeit fehle.

In der Pressemitteilung des COPINH wird nach Gerechtigkeit für Berta Cáceres verlangt. Zum 10. Todestag wird ihr aber auch gedacht und ihr Andenken in allen Ehren gehalten. In der spanischsprachigen Pressemitteilung heißt es:

Berta triunfa sobre la muerte.
A diez años de su partida física, Berta Cáceres sigue siendo luz. Berta logró vencer a quienes intentaron silenciarla y hoy su voz sigue más viva en las luchas del pueblo Lenca y de los pueblos del mundo. Berta nos enseña, y exige, a hacer frente a la guerra, desigualdad y opresión con esperanza, valentía y claridad política.

COPINH, spanischsprachige Pressemitteilung vom 1.3.26

In der englischen Pressemitteilung heißt es:

Berta triumphs over death.
Ten years after her physical departure, Berta Cáceres continues to be a light. Berta managed to defeat those who tried to silence her, and today her voice lives on in the struggles of the Lenca people and the peoples of the world. Berta teaches us, and demands that we confront war, inequality, and oppression with hope, courage, and political clarity.

COPINH, englische Pressemitteilung vom 1.3.26

Auf der Übersichtsseite des COPINH zum Thema “Justicia para Berta” (‘Gerechtigkeit für Berta’) ragt ein Zitat von Berta Cáceres.

“Han creido que la impunidad es eterna,
se equivocan, los pueblos saben hacer justicia
.”

Berta Cáceres

Die Devise ist eindeutig: Sich weiter für Gerechtigkeit einsetzen steht auf dem Programm.

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