El Salvador: Sich für Menschenrechte einsetzen – Ruth López

Die Amnesty International Kogruppe El Salvador hat für den März 2026 zwei Aktionen zugunsten von Ruth López geplant. Diese beiden Aktionen möchte ich im weiteren Verlauf vorstellen. Aber erst einmal zu Ruth López:

Ruth López ist eine international anerkannte Menschenrechtsanwältin. Sie wurde in El Salvador festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Amnesty International stuft ihren Fall als Politische Verfolgung ein. Die AI-Kogruppe, die zu El Salvador arbeitet, hat den Fall von Ruth López auf ihrer Website dargestellt.

Postkartenaktion

Bei der Postkartenaktion der AI-Kogruppe El Salvador geht es darum, mithilfe von Postkarten mit Informationen zum Fall für Aufmerksamkeit zu sorgen. Die AI-Gruppe sammelt die Postkarten, die mit Unterschrift abgesendet wurden, und gibt diese dann an die Menschenrechtsorganisation Cristosal, für die López tätig ist, weiter. Auf der AI-Website wird darauf aufmerksam gemacht, dass gerne so viele Postkarten wie möglich ausgedruckt und an Unterstützer*innen verteilt werden können. Wie bei einer Unterschriftenaktion sollte jede Person nur eine Postkarte ausfüllen, doch Postkarten zum Ausfüllen an andere weitergeben, das ist erwünscht. Die Postkarten wurden bilingual deutsch/spanisch gestaltet. Die Informationen zum Fall von Ruth López wurden bereits auf die Postkarte gedruckt, so dass keine Schreib- und Denkarbeit mehr notwendig ist. Man muss nur noch Name, Datum, Unterschrift ausfüllen und daran denken, die Postkarte an die angegebene Adresse zu schicken. Die Karten sollen bis zum 31.3.26 bei der AI-Gruppe ankommen.

Über die Postkartenaktion auf Instagram

Ein Blick hinter die Kulissen

Diese Postkarten-Aktion ist ein schönes Beispiel dafür, wie man sich mithilfe von Sprachfähigkeiten für Menschenrechte einsetzen kann. In diesem Fall haben wir eine Postkarte, die mit zwei Sprachen versehen wurde. Die Recherche der Informationen und die Übersetzung des Texts sind jeweils Aufgaben, die hinter so einer Aktion stehen. In einem nächsten Schritt müssen die Informationen über die Aktion und das Material an die Leute gebracht werden.

Petition

Unterschriftensammlung/Petition

Zusätzlich zu der Postkartenaktion läuft auch noch eine Petition derselben Gruppe. In dieser Petition wird die Freilassung von Ruth López gefordert. Das Prinzip der Aufgaben hinter den Kulissen ist hier sehr vergleichbar. Die Informationen müssen recherchiert werden und bei Bedarf muss auch noch der Text übersetzt werden.

Wer die Petition nicht erstellt, aber an der Aktion teilnehmen möchte, muss nur Name, Adresse, Unterschrift eintragen und dann dafür sorgen, dass das Dokument bis zum 30.4.26 bei der AI-Gruppe ankommt.

Über die Petition auf Instagram

Nachrichten an Ruth

Es gibt auch ein freies Bündnis „Libertad para Ruth“, dass eine Website mit Informationen über den Fall teilt. Eine Aktion, die auf der Website angegeben ist, ist es, Ruth López Nachrichten zu übermitteln. Man kann auch schauen, was andere geschrieben haben.

Was würdest du Ruth López schreiben?
Wie wäre es mit einem Postkartenaktionstag zum Feministischen Kampftag, am 8.März 2026?

Mexiko: Im Fall Ayotzinapa tut sich was

Der Ort Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero, Mexiko, hat weniger als 100 Einwohner*innen, beherbergt aber ein Lehrerseminar für Grundschullehrkräfte, die Normal Rural Raúl Isidro Burgos de Ayotzinapa. Teil dieses Seminars waren auch die 43 Studierenden, die am 26. September 2014 gewaltvoll verschwundenlassen worden waren. Sie waren auf dem Weg zu einer Demonstration in Mexiko-City als sie auf Polizisten trafen.

Bis heute konnte man nur den Tod von drei Studierenden der 43 nachweisen. Es fehlen Spuren, die Aufklärung ist löchrig. Aber es tut sich was. Am 4.3.26 und 5.3.26 berichteten Reuters, dpa und Amnistía Internacional México (auf Instagram) davon, dass das mexikanische Militär nun gezwungen würde, fehlende Akten rauszugeben. Laut Reuters habe das Militär bisher die Existenz der Akten verneint. Ein Gericht bestimmte nun über die Herausgabe der Akten. In dpa-Berichten vom 5.3.26 wird die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum zitiert. Sheinbaum sagte laut dpa-Nachricht, dass sie von dem Beschluss bisher nichts wüsste und diesen prüfen würde und dann darüber informieren.

Laut der mexikanischen Organisation Fundar stammte der Gerichtsbeschluss vom Gericht Poder Judicial de la Federación (PJF). Wie das Militär mit dem Beschluss umgehen wird, Dokumente herauszugeben, von denen sie behaupteten, sie nicht zu haben, wird die Zukunft zeigen.

Schon vor dem Amtsantritt von Claudia Sheinbaum 2024 hatten sich die Eltern der 43 Studierenden erst mit dem damals noch amtierenden Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Amlo) und danach mit der angehenden Präsidentin Sheinbaum getroffen. Nach Berichten von Amerika21 waren die Angehörigen hoffnungsvoller im Kontakt mit Sheinbaum als mit Amlo.

Links zu Berichten

Honduras: Der Ruf nach Gerechtigkeit für Berta Cáceres

Am 2. März 2026 jährte sich der Mord an der indigenen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres zum zehnten Mal. Die Organisation COPINH, die sie damals mitbegründet hatte, veröffentlichte am 1.3.26 eine Pressemitteilung, in der die Weltgemeinschaft aufgerufen wird, sich für internationalen Druck und Gerechtigkeit für Berta Cáceres einzusetzen.  

Berta Isabel Cáceres Flores (4. März 1973 – 2. März 2016) war Co-Gründerin des indigenen Netzwerkes COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras). Zuletzt engagierte sie sich gegen das Wasserkraftwerk-Projekt Agua Zarca, das negative Auswirkungen auf den Fluss Gualcarque gehabt hätte. Der Fluss ist die Lebensquelle der Region und fließt durch das Territorium der Lenca. Die Lizenzen für das Projekt hätten ohne Absprache mit den Lenca nicht verteilt werden dürfen.

Am 2. März 2016, vor 10 Jahren, erschossen Auftragsmörder die indigene Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres in ihrem Zuhause in La Esperanza, Honduras. 

COPINH über die Causa Berta Cáceres

Pressemitteilung von COPINH zum 1. März 2026 ENGLISCH SPANISCH

Zur Aufklärung des Falls um den Tod von Berta Cáceres wurde ein Untersuchungsgremium von unabhängigen Expert*innen einberufen, die die Datenlage untersuchte. Dieses Gremium arbeitet unter dem Titel GIEI para Honduras (Grupo Interdisciplinario de Expertas y Expertos Independientes para Hondura). GIEI veröffentlichte einerseits einen Abschlussbericht, andererseits auch eine interaktive Website, mit der die Datenlage erkundet werden kann.

GIEI para Honduras Bericht: Zugang über „Informe GIEI“ auf Website des COPINH

Interaktive Website GIEI para Honduras

Für die Ausführung der Tat wurden bereits Männer in Rechenschaft gezogen. Bei den Hintermännern, Geldgebern und Planern der Tat sieht dies anders aus. Die GIEI schreibt auch, dass unter den aktuellen Umständen wenig dafür spricht, dass nicht ähnliche Vorkommnisse wieder passieren könnten. Die Präventionsarbeit fehle.

In der Pressemitteilung des COPINH wird nach Gerechtigkeit für Berta Cáceres verlangt. Zum 10. Todestag wird ihr aber auch gedacht und ihr Andenken in allen Ehren gehalten. In der spanischsprachigen Pressemitteilung heißt es:

Berta triunfa sobre la muerte.
A diez años de su partida física, Berta Cáceres sigue siendo luz. Berta logró vencer a quienes intentaron silenciarla y hoy su voz sigue más viva en las luchas del pueblo Lenca y de los pueblos del mundo. Berta nos enseña, y exige, a hacer frente a la guerra, desigualdad y opresión con esperanza, valentía y claridad política.

COPINH, spanischsprachige Pressemitteilung vom 1.3.26

In der englischen Pressemitteilung heißt es:

Berta triumphs over death.
Ten years after her physical departure, Berta Cáceres continues to be a light. Berta managed to defeat those who tried to silence her, and today her voice lives on in the struggles of the Lenca people and the peoples of the world. Berta teaches us, and demands that we confront war, inequality, and oppression with hope, courage, and political clarity.

COPINH, englische Pressemitteilung vom 1.3.26

Auf der Übersichtsseite des COPINH zum Thema „Justicia para Berta“ (‚Gerechtigkeit für Berta‘) ragt ein Zitat von Berta Cáceres.

“Han creido que la impunidad es eterna,
se equivocan, los pueblos saben hacer justicia
.”

Berta Cáceres

Die Devise ist eindeutig: Sich weiter für Gerechtigkeit einsetzen steht auf dem Programm.

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